Interview mit dem Beachteam Dollinger / Kulzer

24.10.2018 15:09

Kintex Beach Interview

In unserem exklusiven Interview mit dem Beachteam Armin Dollinger und Simon Kulzer, nehmen wir euch heute mit auf die Reise der beiden durch die ganze Welt.
Immer im Hinterkopf schwebt der große Traum von der Teilnahme an den olympischen Spielen 2024 in Paris. 11 Fragen haben wir den beiden gestellt und dabei interessante Einblicke in das Sportlerleben der Beachvolleyballer erhalten.

1.) Die diesjährige Beach-Saison ist seit Anfang September beendet. Was waren eure größten Erfolge in diesem Jahr und wie zufrieden seid Ihr mit eurer Entwicklung?

Simon: Der Einzug ins Halbfinale beim 1. Star World Tour Event in Shepperton (AUS) anfang des Jahres und auch ebenso der Einzug ins Achtelfinale in Jinjiang (CHN).
Auf der Deutschen Techniker Beachtour konnte wir einen fünften Platz in Sankt Peter Ording erreichen und einen ersten Platz in Münster beim gut besetzten Kat 1 + Turnier.
Wir haben uns im ersten Jahr als Team kennen und schätzen gelernt. Ich persönlich bin überglücklich einen Beachpartner wie Armin gefunden zu haben.
Seine Erfahrung und Ruhe helfen mir weiter.
Gemeinsam mit unserem Trainerteam haben wir den Fokus in unserem ersten Jahr auf die athletische und technische Weiterentwicklung gelegt. Damit sind wir sehr zufrieden und werden im kommenden Jahr darauf aufbauen.

2.) Was macht Ihr nun den ganzen Herbst / Winter über? Sieht man euch auch beim „klassischen“ Volleyball in der Halle oder wird weiterhin spezifisch für den Sand trainiert?

Simon: Haha nein :D! Ich und Hallenvolleyball das sind zwei verschiedene Welten :D!

Der Fokus liegt voll und ganz auf Beachvolleyball. Wir haben das Glück, dass wir in der kalten Jahreszeit im Beach38 unter Top Bedingungen trainieren können.

3.) Ihr seid sehr oft auf Reisen und auf der ganzen Welt unterwegs. Was darf bei euch im Reisegepäck niemals fehlen?

Simon: Das Tape von Kintex natürlich :D! 

Armin: Unser Volleyball, der Smoothie Mixer, sowie etwas Equipment für unser Athletiktraining.
Man weiß ja nie, wie die Bedingungen vor Ort sind.

4.) Als Fernziel habt ihr euch die olympischen Spiele 2024 in Paris auf die Fahne geschrieben. Wie bereitet Ihr euch hierauf vor und was muss geschehen, damit Ihr euer ambitioniertes Ziel auch wirklich erreicht?

Armin: Für die kommenden 2 Jahre ist es uns wichtig unser Volleyball auf Vordermann zu bringen, d.h. einige technische und taktische Dinge weiter zu entwickeln. Dadurch wollen wir uns auch auf den kommenden internationalen Turnieren in der Weltrangliste hocharbeiten. 



5.) Was sind eure jeweiligen Stärken und Schwächen und wie ergänzt Ihr euch damit als Team?

Simon: Athletisch sind wir beide Top Fit. Armin ist mit seinen 27 Jahren bereits ein World Tour erfahrener Blockspieler. Seine Stärken sind sicherlich seine Routine und seine Ruhe. Ich sehe meine Stärken eher in der Abwehr und in der taktischen Herangehensweise im Spiel.

Trotz des Altersunterschiedes von 7 Jahren, verstehen wir uns hervorragend auf dem Court und auch im privaten Leben. Immerhin verbringen wir auf den Reisen extrem viel Zeit miteinander. 

Schwächen haben wir viele, wie jedes Beachvolleyball Team. Unsere Aufgabe ist es unsere Stärken so gut einzusetzen, dass unsere Stärken und nicht unsere Schwächen über den Ausgang unserer Spiele entscheiden. Aber so viel will ich verraten – wir werden diesen Winter ein Trainingslager an einem sehr windigen Ort abhalten... 

6.) Wie seid Ihr beiden zum Beachsport gekommen und habt Ihr vorher auch einen anderen Sport betrieben?

Simon: Bevor ich 2009 mit Beachvolleyball angefangen habe, habe ich Leichtathletik, Schwimmen und Karate ausprobiert. Hab mich aber in keiner dieser Sportarten 100 % wohlgefühlt, da mir das Miteinander fehlte. Mit Beachvolleyball bin ich im Club Urlaub das erste Mal in Kontakt gekommen.

7.) Wie habt Ihr zwei euch kennen gelernt und euch dazu entschieden als gemeinsames Team an den Start zu gehen?

Simon: Man kennt sich natürlich in der Beachszene. Wobei ich Armin sicher schon länger kannte, als er mich, da ich ihn schon das ein oder andere Mal auf der World Tour hatte spielen sehen. 2017 haben wir dann beide beschlossen unseren Standort wieder nach München zu verlegen. Da war eine Teambildung naheliegend und von der Konstellation her auch sinnvoll. Wir waren uns sehr schnell über unser Trainerteam und unsere gemeinsamen Ziele einig und haben losgelegt. 

8.) In welcher Beach-Arena spielt Ihr am allerliebsten?

Simon: Für mich war das 4 Star Turnier in Huntington Beach (USA) das Schönste. Hier passt einfach alles. Sonne, Strand und Lifestyle.

Armin: Das 5 Star Major Turnier in Gstaad. Beachvolleyball und Berge ist auch eine top Kombi :D! 

9.) Beachvolleyball genießt in der öffentlichen Wahrnehmung, mit der Ausnahme bei olympischen Spielen, eine eher geringe Wertschätzung im Vergleich zu anderen Sportarten. Ihr seid dadurch auch immer wieder auf Sponsoren angewiesen und müsst euch euren Erfolg hart erarbeiten. Ist man da manchmal auch neidisch auf die Fußballer in Deutschland, die astronomische Summen mit Ihrem Sport verdienen?

Simon: Ich gönne es jedem, der es geschafft hat sein Hobby zum Beruf zu machen. Auch im Fußball, steckt viel harte Arbeit und Disziplin.  Dennoch habe ich mich damals für Beachvolleyball entschieden, weil es für mich die mit Abstand coolste und schönste Sportart der Welt ist.  Er beinhaltet so viele Facetten - Strategie, Ausdauer, Koordination, Technik, Athletik. Jetzt müssen wir als Team eben schauen, dass wir unsere Sportart auch finanzieren und zum Beruf machen können. Das ist nicht so einfach wie im Fußball, daher sind wir all unseren Sponsoren riesig dankbar für jede Unterstützung.

10.) Was macht Ihr Beiden, wenn Ihr gerade nicht auf dem Beachfeld um Punkte kämpft?

Simon: Wir sind ein kleines Unternehmen und müssen daher auch abseits des Courts viele Aufgaben erledigen wie Buchhaltung, Vermarktung, etc. Seit Oktober widme ich mich auch noch meinem Wirtschaftspsychologie Studium. Wenn dann noch Zeit bleibt treffe ich mich gerne mit meinen besten Freunden.

Armin: Mit der Familie Zeit verbringen sowie meinem Studium widmen.

11.) Abschließend: Was sind eure Wünsche und Ziele für die kommende Saison?

Simon: Wir wollen im Winter weiterhin an unserer athletischen und technischen Entwicklung arbeiten um im Sommer auf der World Tour angreifen zu können. Die ein oder andere Medaille haben wir dabei schon im Kopf, auf den größeren Turnieren sollen es gerne Top 10 Ergebnisse sein.

Vielen Dank, dass Ihr euch die Zeit für uns genommen habt.


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