Sehnenscheidenentzündung? Wir haben die Antworten auf Deine Fragen!

22.09.2020 10:35

Sehnen sind Verbindungsstücke zwischen einem Muskel und dem Knochen, an dem der Muskel ansetzt. Die Sehnen sind von der Sehnenscheide umgeben – einer mit Flüssigkeit gefüllten, schützenden Hülle, die deren Bewegungen ermöglicht. Bestimmte strapazierende Reize können die Sehnen überlasten und eine oft sehr langwierige Sehnenscheidenentzündung hervorrufen. Wir haben Dir die wichtigsten Fragen und Antworten zur Sehnenscheidenentzündung im FAQ-Style zusammengestellt!

Was ist eine Sehnenscheidenentzündung und wie sehen ihre Symptome aus?

Bei einer Sehnenscheidenentzündung (Tendovaginitis) ist das röhrenartige Gewebe, das die Sehne umgibt, entzündet. Prinzipiell kann die Entzündung überall dort auftreten, wo sich eine Sehne befindet. Am häufigsten sind jedoch die Unterarme, Hände und Füße betroffen. In den meisten Fällen verspürst Du dabei stechende Schmerzen. Anfangs treten die Schmerzen nur bei bestimmten Bewegungen auf, im fortgeschrittenen Stadium verspürst Du sie auch im Ruhezustand. Dazu kommt, dass Du die betroffene Stelle nur noch sehr eingeschränkt oder sogar gar nicht mehr nutzen kannst. Oftmals können die Symptome einer Sehnenscheidenentzündung auch mit denen eines Tennisarms verwechselt werden, allerdings handelt es sich hierbei um zwei unterschiedliche Erkrankungen.
Wie sich die beiden Krankheiten unterscheiden, kannst Du hier genauer nachlesen:
https://www.mooci.org/hand-fusschirurgie/tennisarm/

Was sind Ursachen einer Sehnenscheidenentzündung?

Mechanische Reize wie chronische Über- oder Fehlbelastungen sowie ungewohnte Bewegungen bewirken, dass sich die betroffene Sehnenscheide entzündet. Dies tritt sehr häufig im Bereich der Hände auf, wie etwa bei professionellen Musikern oder bei Sportlern. Im Alltag entsteht die Entzündung am häufigsten durch ausgiebige Computerarbeit, wenn Du etwa Deine Maus nicht richtig führst oder Du sehr viel schreiben musst.

Wie diagnostizieren Fachärzte eine Sehnenscheidenentzündung?

Dein behandelnder Arzt führt zur Diagnose eine klinische Untersuchung und ein Anamnesegespräch durch. In vielen Fällen weisen Deine Hobbys oder Dein Beruf auf die Ursachen der Entzündung hin. Sollten Zweifel bestehen, so kann Dein behandelnder Arzt mithilfe einer Ultraschalluntersuchung eine entzündliche Veränderung oder Flüssigkeitsansammlung rund um die schmerzende Sehne feststellen.

Wer leidet am häufigsten an Sehnenscheidenentzündungen?

Häufig betroffen sind Musiker sowie Personen, die viel Computer- oder Schreibtischarbeit verrichten, und Hobbysportler, die bestimmte Bewegungen oft nicht richtig ausführen. Auch gewisse Lebensphasen begünstigen die Entstehung einer Sehnenscheidenentzündung: Wenn frisch gebackene Eltern etwa ihre Kinder sehr viel herumtragen. Welche weiteren Personen noch zur Risikogruppe für eine Sehnenscheidenentzündung gehören, kannst Du hier nachlesen: https://www.mooci.org/hand-fusschirurgie/sehnenscheidenentzuendung/

Welche Folgen hat eine Sehnenscheidenentzündung?

Ohne Therapie werden die Schmerzen und die damit verbundenen Bewegungseinschränkungen sehr schnell stärker. Die anhaltende Entzündung führt zusätzlich zu knotigen Vernarbungen – vor allem bei Entzündungen in der Hand führt dies zum sogenannten „schnappenden Finger“, wobei Du die Sehne und den Muskel nur noch unter hohem Kraftaufwand mit einer ruckenden Bewegung ausstrecken kannst.

Wie wird eine Sehnenscheidenentzündung behandelt?

Dein Facharzt greift bei der Behandlung zunächst zu konservativen Maßnahmen: Zur Genesung sollst Du den schmerzenden Bereich schonen, um den Reiz, der die Entzündung ausgelöst hat, zu unterbinden. Dafür bekommst Du meist eine Schiene, die Deinen Muskel stützt und Deine Sehne entlastet.

Da im Zuge einer Sehnenscheidenentzündung häufig sehr starke Schmerzen auftreten, verschreibt Dir Dein Facharzt Salben oder Medikamente, die den Schmerz stillen sowie die Entzündung bekämpfen. Sollte dies nicht helfen, so kann Dein behandelnder Arzt die Schmerzen durch eine örtliche Betäubung mit entzündungshemmenden (Kortison) und schmerzstillenden Präparaten durch eine Spritze in die betroffene Sehne lindern.

Häufig empfehlen Fachärzte auch physiotherapeutische Behandlungsansätze wie spezielle Bewegungs- und Dehnungsübungen. Diese helfen nicht nur dabei, die Beweglichkeit des betroffenen Gelenks wiederherzustellen, sondern dadurch lernst Du auch strapazierende Bewegungen zu vermeiden.

Auch Tape-Anlagen kommen in der Physiotherapie als zusätzliche Behandlung zum Einsatz.
Im nachfolgenden Video zeigen wir dir, wie Du unser Tape bei einer Sehnenscheidenentzündung selbst anbringen kannst:
https://kintex.de/index.php?s=150

Auch nach Abklingen der Entzündung sollst Du Überlastungen vermeiden, damit die Entzündung nicht erneut entsteht. Häufig bedeutet dies, dass Du länger keinen Sport treiben darfst, strapazierende Tätigkeiten an Deinem Arbeitsplatz vermeiden oder Arbeitsabläufe umstellen musst. Bei der Umstellung des Arbeitsplatzes kann Dir Dein Ergotherapeut oder Arbeitsmediziner helfen.

Wann muss ich operiert werden?

Operative Eingriffe sind nur dann notwendig, wenn die Schmerzen trotz intensiver, konservativer Behandlungsmethoden nicht besser werden oder wenn der Verdacht auf eine ausgeprägte Engstelle besteht, die Dein Facharzt nur operativ beseitigen kann. Dies ist etwa bei der Sonderform „Tendovaginitis stenosans“ der Fall: Dabei führen etwa die Sehnen in Deinem Handgelenk durch einen sehr engen Tunnel aus Knochen und Bändern, wo sie von den Sehnenscheiden geschützt werden. Wenn sich diese Sehnen entzünden und anschwellen, können sie schlechter oder gar nicht mehr durch die Sehnenscheide gleiten. Dein Facharzt muss diese einengende Sehnenscheide dann operativ behandeln.

Was sollte ich vor der Operation beachten?

Der operative Eingriff ist sehr kurz, wenig aufwendig und erfolgt oft ambulant. Solltest Du Medikamente zur Blutgerinnung einnehmen, so teile dies Deinem Arzt mit, denn diese musst Du etwa zwei Wochen vor der Operation absetzen.

Was sollte ich nach dem Eingriff beachten?

Nach dem Eingriff können Schwellungen oder Nachblutungen auftreten. Für die ersten Tage nach der Operation bekommst Du einen Stütz- oder Bewegungsverband, um die Sehnen ruhig zu stellen. Dein Facharzt entfernt nach etwa vierzehn Tagen die Nähte der Wunde und klärt zugleich, ob eine Physiotherapie notwendig ist. In den meisten Fällen sollst Du die betroffenen Sehnen gleich wieder bewegen, damit Deine Gelenke nicht versteifen.

Wie kann ich eine Sehnenscheidenentzündung vorbeugen?

Eine Sehnenscheidenentzündung vorzubeugen ist insofern schwierig, da jede Person anders auf Fehl- und Überbelastungen reagiert. Sobald Du aber eine entzündliche Veränderung in einem strapazierten Gelenk bemerkst, wende Dich direkt an Deinen Facharzt oder Physiotherapeuten. Bei viel Computerarbeit können Dir spezielle ergonomisch geformte Mäuse helfen, unnatürliche Haltungen Deiner Hand zu reduzieren.

Übernehmen die Krankenkassen die Kosten?

Orthopädische Gutachten, Behandlungen mit schmerzstillenden und entzündungshemmenden Medikamenten sowie operative Eingriffe übernehmen stets die Krankenkassen. Weiterführende Therapieoptionen, wie Physiotherapie, deckt ebenso Deine Krankenversicherung – häufig aber mit längeren Wartezeiten. Du kannst auch private Physiotherapie in Anspruch nehmen, die Du dann selbst bezahlen musst.

Mit diesem kurzen FAQ konnten wir Dir hoffentlich die wichtigsten Fragen rund um die Sehnenscheidenentzündung beantworten. Wir wünschen Dir eine schnelle Genesung!


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